Messwerte verstehen
Temperatur, Seespiegel und Abfluss – fürs Baden erklärt
Wassertemperatur
Das Bundesamt für Umwelt misst die Temperatur an über 80 Flussstationen alle zehn Minuten. Der Fühler liegt im fliessenden Wasser, meist in einer gut durchmischten Strömung. Am Ufer, in einer stillen Bucht oder direkt an der Oberfläche eines Sees kann es spürbar wärmer sein.
Für Seen gibt es beim BAFU keine Live-Temperatur. Wo es passt, zeigen wir dir deshalb den Fluss direkt am Seeausfluss – etwa die Aare in Thun oder die Reuss in Luzern. Das ist ein guter Hinweis, aber kein Seethermometer.
Pegel in Metern über Meer
Anders als in Deutschland gibt das BAFU den Pegel meist als absolute Höhe an, in Metern über Meer. Für Seen heisst das: Der Seespiegel des Zürichsees liegt bei gut 405 Metern, der des Bodensees bei rund 395. Interessant für dich ist vor allem die Veränderung von Tag zu Tag.
Abfluss in Kubikmetern pro Sekunde
Der Abfluss sagt, wie viel Wasser an einer Station vorbeifliesst. Für Flussschwimmer ist das die wichtigste Zahl nach der Temperatur: Je höher der Abfluss, desto schneller die Strömung und desto schwieriger der Ausstieg.
Woher die Höhe kommt
Die Meter über Meer beziehen sich auf den Repère Pierre du Niton, einen Felsblock im Genfersee vor Genf. Seine Höhe ist im Landesnivellement LN02 auf 373,6 Meter festgelegt. Alle Seespiegel und Pegel des BAFU lassen sich so direkt miteinander vergleichen.
Provisorisch, aber schnell
Die Zehn-Minuten-Werte auf hydrodaten.admin.ch sind provisorisch. Das BAFU prüft sie später. Für dich heisst das: Ein einzelner Sprung um mehrere Grad ist eher ein Messfehler als ein echter Temperatursturz.
Gefahrenstufen bei Hochwasser
Hochwasserwarnungen gibt der Bund in fünf Stufen heraus: 1 keine oder geringe, 2 mässige, 3 erhebliche, 4 grosse und 5 sehr grosse Gefahr. Sie gelten für Regionen und Gewässerabschnitte, nicht für eine einzelne Station. Den Abfluss jeder Messstelle siehst du trotzdem hier.
Quellen: BAFU Hydrodaten, Wikipedia: Pierre du Niton, Naturgefahrenportal.
Badis der Stadt Zürich
Die Zürcher Badis melden ihre Temperatur selbst ans Sportamt. In der Saison passiert das meist täglich, ausserhalb der Saison bleiben die Werte stehen. Jede Meldung trägt darum ihr Datum; ältere Werte zeigen wir grau.
«Veraltet» heisst nicht falsch
Ist ein Wert älter als drei Stunden – bei den Badis älter als 48 Stunden –, markieren wir ihn. Meist liegt nur eine Übertragungspause vor. Eine Schätzung setzen wir nie an seine Stelle.
